29.06.2009
Optimale EM für KGE-Kanuten
„Mensch, wer hätte das gedacht. Dass die beiden sich so steigern können und vorne mitmi... mehr >>
„Das hat uns hier viel Freude bereitet“, fasste KGE-Trainer Robert Berger mit Club.-Manager Heino Terporten am Ende der Finalrennen beim Weltcup in
Szeged die Ergebnisse und Stimmung zusammen. Tomas Wylenzek gewann Bronze und sicherte sich die Qualifikation für die EM- und WM-Mannschaft, Jonas Ems siegte im 200m-Einer, gewann noch Bronze im Zweier und empfahl sich somit für einen EM-Einsatz und Torben Fröse überrasche im U23-Vierer mit einer Silbermedaille.
Was Tomasz Wylenzek mit seinem neuen Partner Erik Leue (Magdeburg) vor zwei Wochen beim Weltcup in Posen/Polen noch nicht gelang, schaffte das Canadier-Duo nun in Szeged. Als dritte im 1.000m-Finale erbrachten sie den geforderten internationalen Leistungs-
nachweis klar. „Auch wenn uns natürlich noch die gemeinsame Erfahrung fehlt, hat dieses Boot für mich doch ein großes Potential, mit dem man an den Zweier mit Christian Gille (Leipzig) anknüpfen kann.
Wir haben uns in den beiden letzten Wochen wieder weiter gesteigert und es läuft immer besser. Es macht mir wieder richtig Spaß, Zweier zu fahren – und wieder auf dem Treppchen zu stehen“, war „Tomek“ mehr als zufrieden. Und Schlagmann Erik Leue ergänzte: „Wir sind jetzt erst einmal glücklich, uns für die EM und WM qualifiziert zu haben.“ Über 200m fuhren sich die beiden Mittelstreckenspezialisten auch noch ins Finale und wurden dort siebte.
Ute Freise
Es war wie erwartet ein überaus spannendes Kanu-Wochen-
ende an der Duisburger Wedau, auf der die zweite und letzte nationale Sichtung des Deutschen Kanu-Verbandes und zugleich erstmals auch die Deutsche Einermeisterschaft in der Leistungsklasse ausgetragen wurde. Namhafte Athleten wie amtierende Weltmeister und Olympiasieger und im nach-
olympischen Jahr aufstrebende Nachwuchskanuten boten sich packende Rennen, deren Ergebnisse die Bundestrainer bei der Benennung der Nationalmannschaften und Einsatz-
konzeptionen für die anstehenden internationalen Regatten vor nicht einfache Aufgaben stellen dürften. Auch im Lager der KG Essen gab es Top-Leistungen und nicht ganz optimale Resultate zu vermelden.
Für ein Highlight im ersten Meisterschaftsfinale am Samstag sorgte Tomasz Wylenzek mit dem Gewinn der Bronzemedaille im 500m-Einercanadier. Vor drei Wochen bei der ersten Sichtung noch nicht optimal in Fahrt, zeigte sich das
KGE-Canadier-Ass deutlich verbessert. „Es ist richtig gut gelaufen und ich konnte so fahren, wie ich es mir vorge-
nommen hatte. Es tut richtig gut, hier eine Medaille zu gewinnen, wo alle am Start sind. Nachdem es vor drei Wochen noch nicht gut gelaufen war, kann ich jetzt wieder an mich glauben; nun freue ich mich auch auf die 1.000m am Sonntag“, war „Tomek“ mit sich im Reinen. Am Folgetag auch auf der doppelten Distanz zu trumpfen, sollte dem KGEer aber dann nicht gelingen. Tomasz Wylenzek blieb im Halbfinale unter seinen Möglichkeiten und verpasste das A-Finale. „Ich habe mich eigentlich körperlich sehr gut gefühlt und bin nun total enttäuscht. So richtig erklären kann ich es nicht“, war „Tomek“ eher ratlos.
Nur knapp an einer Medaille vorbei fuhr im 1.000m-A-Finale Norman Zahm als vierter. Völlig ausgepumpt lag er hinter der Ziellinie und und war zunächst verärgert. Doch dazu hatte er keinen Grund, denn er war ein ganz starkes Finale gefahren. Hinter dem haushohen Favoriten Max Hoff aus Köln hatte er vom Start an mit in einer großen Spitzengruppe gelegen, die sich bis ins Ziel einen harten Fight lieferte. Nur knapp lag er im Ziel hinter den Medaillenrängen und hatte den enorm starken Newcomer Henrik Bertz (Berlin) auf Platz fünf verdrängen können. Mit seinem zweiten Platz über 2000m auf der ersten Sichtung dürfte sich Norman eine gute Ausgangsposition für die Mittelstrecken-Rangliste verschafft und eine Empfehlung in Richtung Bundestrainer abgegeben haben. Sich weit nach vorne fahren wollte im
500m-Einer auch Jonas Ems. Am Ende jedoch war mehr als Platz sechs nicht drin. Bis 150 Meter vor dem Ziel noch vorne liegend, konnte Jonas in der Endphase nicht mehr zulegen. „Es war eigentlich ein Superrennen vom Start an. Ich habe aus dem Augenwinkel schon wahrgenommen, dass ich vorne liege. Aber die letzten 100 Meter ging es nicht mehr. Das war im Ganzen dann natürlich nicht das Wahre. Aber ich kann mich noch gar nicht mal so richtig ärgern, denn ich kann auch nicht sagen, woran es lag“, war bei Jonas Ems Kopfschütteln angesagt.
Durchaus zuversichtlich sah dann jedoch KGE-Trainer Robert Berger die Situation: „Jonas braucht in der Saison immer einige Wettkämpfe, um besser in Fahrt zu kommen. Ich mache mir keine Sorgen, dass er sich weiter steigert und dabei ist“. Über 1000m fuhr sich Sprinter Ems ins B-Finale und wurde dort sechster.
Ein ganz starker Auftritt gelang Torben Fröse. War schon das Erreichen des B-Finals im 1.000m-Einer ein Erfolg, so konnte er dort noch eins drauflegen und mit einer erstklassigen kämpferischen Leistung diesen Lauf gewinnen und sich somit auf den 10. Platz fahren. Damit ist Torben ein großer Schritt in Richtung U23-Nationalmann-schaft gelungen. Seine Chancen auf die U-23 dürfte hat auch Fabian Hüting gewahrt.
Positiv auf sich aufmerksam machte bei den Damen KGE-Neuling Eef de Groot. Im Feld der deutschen Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen konnte sie sich gleich zweifach im 500m-Einer in ein A-Finale vorfahren und sechste sowie neunte werden; Friederike Leue belegte Rang sieben.
Mehr als spannend machte es auch Juniorin Theresa Klein. Im 500m-Einer haderte sie nach einem enttäuschenden 12. Platz noch mit sich, fuhr sich aber dann später auf der ungeliebten 1.000m-Strecke ins A-Finale und wurde dort achte.
Jetzt bleibt natürlich erst einmal die Entscheidung des Trainerrates des Deutschen Kanu-Verbandes abzuwarten, mit welchen Athleten und welcher Einsatzkonzeption er in die internationalen Qualifikationen gehen wird.
Ute Freise